Die Trauredner Ausbildung in Berin – so habe ich sie erlebt

Wie oft hat man es nicht schon gehört und gelesen: Die beste Investition ist in die eigenen Fähigkeiten. Als extrovertierter Mensch habe ich nicht nur großen Gefallen daran neue Menschen kennen zu lernen, sondern bin auch auf der Suche nach einem Nebenjob, der mir leicht fällt und Freude bereitet.

Bereits seit längerer Zeit informiere ich mich online über verschiedene Möglichkeite und bin schließlich auf die Ideen gekommen, dass ich Trauredner werden könnte.

Was mich an dem Beruf begeistert

Die Trauredner Ausbildung in Berlin

Wäre es nicht wunderbar, wenn man für das Reden bezahlt wird und jeden Tag mit glücklichen und zufriedenen Menschen umgeben ist? Wer heiratet schon mich finsterer Miene? Meist freut man sich auf die Zukunft, plant einen wundervollen Tag und ist von Freunden und der Familie umgeben. Zudem heiraten immer weniger Paare kirchlich, was die Nachfrage nach Traurednern zukünftig deutlich erhöhen könnte.

Idealerweise werden die meisten Trauungen am Wochenende gefeiert, sodass es sich um einen Nebenjob handelt, den ich gut neben meinem Beruf ausüben kann. Habe ich gerade viel zu tun, nehme ich keine Kunden an. Erlaubt es meine Zeit, bin ich am Start.

Ebenfalls interessant finde ich, dass relativ planbar viele Aufträge im Sommer auf einen zukommen. Hier wird schließlich am meisten geheiratet.

Wenn man das im Vorfeld weiß kann man wichtige Termine auf eine andere Jahreszeit legen, oder die Urlaubstage nutzen um im Nebenjob aktiv zu sein, vorausgesetzt der Arbeitgeber spielt hier mit.

Wie ich Trauredner geworden bin

Ich wollte die Zeit während der Pandemie sinnvoll nutzen und bin auf die Suche nach einer Schule gegangen, die die Ausbildung überwiegend aus dem Homeoffice anbietet. Fündig geworden bin ich bei der Freien Redner Akademie. Hier hat man zwar auch ein paar Präsenztermine, diese waren allerdings recht übersichtlich. Den Großteil der Ausbildung konnte man von zu Hause aus erledigen.

Mir hat außerdem gefallen, dass man am Ende zu einer IHK-Prüfung zugelassen wird und ein Zertifikat erhält. Damit hält man nach der investierten Zeit etwas in den Händen.

Was man während der Ausbildung lernt

Ich fand die Ausbildung fundiert. Man erfährt viel über den Beruf des Trauredners, wie man eine gute Rede hält, mit welchen Arbeiten man das Paar besonders unterstützen kann, welche Locations sich eignen, mit welchen Mitteln und Übungen man die eigene Stimme richtig einsetzt, wie man sich vermarktet, was beim Thema Selbstständigkeit, Steuer und Versicherungen zu beachten ist und vieles mehr.

Bevor man ein Paar trauen kann, ist viel Vorarbeit zu leisten. Es gibt schließlich nur diesen einen Moment um die perfekte Rede halten zu können und dieser will vorbereitet sein.

Die Verdienstmöglichkeiten

Für mich spielt der Verdienst als Nebenberufler nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch ist es wichtig darüber nachzudenken, denn die Ausbildung kostet Geld, das man im Anschluss wieder einnehmen möchte.

Als Selbstständiger kann man seine eigenen Preise aufrufen, steht aber immer in Konkurrenz mit anderen Traurednern. Bei meiner ersten Trauung habe ich 600€ verlangt und im Anschluss festgestellt, dass das zu wenig war. Unter Berücksichtigung der mehrmaligen Anreise, der Vorbereitungszeit, den Ausbildungskosten und anfallenden Steuern habe ich damit kein gutes Geschäft gemacht. Dennoch habe ich mich sehr über den Auftrag gefreut und irgendwie muss man ja mal anfangen.

Einen zweiten Auftrag hatte ich bisher noch nicht, doch es fühlt sich gut an den ersten Schritt gegangen zu sein.